Cäthe: Ich muss gar nichts

Es ist schon ein paar Tage her, dass ich hier das erste Mal von Cäthe geschrieben habe. Nachdem ihre EP mein Herz erwärmt hat, ist vor Kurzem auch endlich ihr erstes Album „Ich muss gar nichts“ erschienen. Darauf enthalten sind drei Songs der EP, aber auch neun neue Lieder, die fortführen, was „Senorita“ bereits andeutete.

Cäthe wandelt hörbar gerne zwischen den Extremen. Mal klingt sie wie eine Mischung zwischen Nina Hagen und Janis Joplin und rockt sich die Seele aus dem Leib („Unter meiner Haut, „Wahre Liebe“), dann wieder schnurrt sie wie ein Kätzchen und huldigt den Indie-Pop („Kaugummi“, „Nimm mich mit“). „Mit 12 Jahren habe ich Janis Joplin zum ersten Mal gehört. Das war ein Schlag in die Fresse, ich war völlig aufgelöst“, hat Cäthe im Interview verraten. Dieser Einfluss ist auf „Ich muss gar nichts“ deutlich zu erkennen. Denn genau wie Joplin einst, legt sich auf Cäthe voll in die Musik und reißt sich auf der Bühne fast das Herz aus der Brust.

Ihre Musik schwankt zwischen geradlinigem Rock, knarzenden Elektro-Beats, Indie-Pop und Chanson und klingt dabei doch immer verdammt authentisch. Cäthe bedient all diese Genres mit der gleichen überzeugenden Lässigkeit und lässt sich nichts vorschreiben. Nicht weiter verwunderlich, dass die Wahl-Hamburgerin ihre Songs bereits vor dem Platten-Deal im Kasten hatte. „Dass mir auch nicht reingeredet wird, wie ich was aufzunehmen habe, war schon eine ganz entscheidende Bedingung“, erzählt sie. Treffender als „Ich muss gar nichts“ kann ein Platten-Titel da wohl kaum sein.

Musikalisch macht dieses Album einfach Spaß. Es ist zum einen ihre einzigartige Stimme, die Cäthe zu einer Ausnahmeerscheinung in der deutschen Musiklandschaft macht. Aber auch ihre Texte sind wahre Perlen zwischen all dem Pop-Einheitsbrei, Möchtegeren-Poesie-Geschreibsel und plattem Rock. Da kann man nur hoffen, dass Cäthe weiter so konsequent ihren Weg verfolgt und das nächste Album nicht zu lange auf sich warten lässt…


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